Ah geh!

Ein Münchner gibt seinen Senf dazu

Deutschland, deine Post

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Vor kurzem hatte ich mal wieder etwas alten Kram bei eBay verkauft. Eine Sendung ging nach Frankfurt/Main. Diese kam ein paar Tage später als unzustellbar („Empfänger konnte an der angegebenen Adresse nicht ermittelt werden.“).
Die Empfängerin wohnt aber auf meine Nachfrage dort, die Adresse auf dem Brief ist richtig, der Briefkasten ist zugänglich und beschriftet.
Also bringe ich den Brief wieder zur Postfiliale um die Ecke, die wie so viele andere „privat“ betrieben wird.

Die freundliche Dame hat den Brief nach meiner Erklärung einfach wieder in die normale Post gesteckt. Das hat auch prima funktioniert. Nur einen Tag später war der Brief im Briefkasten – in meinem.
Also wieder dort hin und die freundliche Dame streicht dieses Mal das Hinweis-Etikett des Zustellers, der den Briefkasten nicht gefunden hat, einfach durch. Dann wieder in die normale Post. Und schon am nächsten Tag landet das ganze wieder im Briefkasten – Sie ahnen es schon: in meinem.
Also gut. Dann lasse ich das mit den privatisierten Post-Filialen und mache mich auf den weg zur „richtigen“ Post, der großen, am Hauptbahnhof.
Dort in die 25-Mann-Schlange eingereiht, die wie man fairerweise zugeben muss sehr schnell kleiner wurde.
„Guten Tag. Diese Sendung wurde trotz richtiger Adresse nicht zugestellt. Ich war schon in einer Ihrer Filialen, aber der Brief kam jetzt schon 2 mal zu mir zurück.“
Die Schalterbeamtin bemängelt, dass man nicht mehr lesen kann, warum der Brief nicht zugestellt werden konnte.
Ich bemerke, dass das ihre „Kollegin“ war, lese ihr es dann aber vor, weil man es schon noch sieht.
Dann reicht sie mir einen Adressaufkleber. Ich frage sie, warum ich die Adresse jetzt noch mal schreiben soll, wo sie doch einen Fehler gemacht hätten.
„Ich habe keinen Fehler gemacht.“
„Nein, aber ihr Kollege, der Zusteller.“
Daraufhin klärt sie mich auf, dass das hier nicht die Post sei, sondern die Postbank, und dass sie das hier auch nur noch „nebenbei“ machen würden.
Warum dann über dem Postbank-Logo in gleicher Größe das Posthorn-Logo angebracht wäre habe ich sie dann nicht mehr gefragt. Genausowenig, wie warum die Postbank es nötig hat Briefmarken zu verkaufen. Ich wollte die fragile Freundlichkeit der Beamtin (bin mit sicher, dass sie das ist – so beseelt von der typischen Dienstleistungslosigkeit) nicht gefährden.
Also fülle ich den Adressaufkleber aus (eigentlich ein Etikett für Pakete). Als ich fertig bin, frage ich sie, wo ich es hin kleben soll. Sie meint einfach über das alte Etikett drüber. Das mache ich natürlich nicht, sonst sieht man ja nicht mehr, dass ich bereits bezahlt habe.
Als ich merke, dass sie für den Brief noch mal kassieren will, erkläre ich ihr freundlich aber bestimmt, dass ich bereits bezahlt habe und nicht für die Fehler der Post doppelt bezahlen werde.
Murrend nimmt sie den Brief dann entgegen.
Mal sehen, wo er demnächst ankommt. Vielleicht hat ihn die latent hilfsbereite Beamtin ja auch „aus Versehen“ in den Papierkorb geworfen.

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